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Larry Williams wurde in TRADERS´ 04/2013 interviewt. Er ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten Trader weltweit mit mehr als 50 Jahren Börsenerfahrung. Im Jahr 1987 gewann er die Robbins-Weltmeisterschaft im Futures Trading, indem er aus 10 000 Dollar innerhalb von zwölf Monaten mehr als 1,1 Millionen Dollar machte. Larry Williams hat einige bekannte Indikatoren wie den Williams %R und den Ultimate Oszillator entwickelt. Zum Zeitpunkt des Interviews hatte er elf Bücher geschrieben, die in insgesamt zwölf verschiedenen Sprachen erschienen sind. Daneben war er in seiner frühen Karriere auch politisch engagiert und kandidierte zweimal für das Amt des Senators im Bundesstaat Montana.

In diesem Review fassen wir kurz die interessantesten Punkte aus dem Interview zusammen: 

1)       Einsteiger handeln meist zu aggressiv und glauben alles, was sie hören. Daher ist eine gute Ausbildung wichtig. Dennoch müssen die meisten Trader die eine oder andere negative Erfahrung selbst machen. Denn fortlaufend aus Fehlern zu lernen und sich zu verbessern ist der Schlüssel zum Erfolg.

2)       Pure, mathematisch exakte Wissenschaft funktioniert an der Börse nicht. Die Märkte sind stark von zufälligen Effekten geprägt, auf die erfahrene diskretionäre Trader am besten reagieren können. Diese Art des Tradings ist wie eine Kunst, die einen gewissen Input vom Künstler (also dem Trader) braucht und die zu dessen Persönlichkeit passen muss. Es gibt eben nicht „die eine“ Top-Strategie.

3)       Die Analyse sollte beim Großen Ganzen, also dem Big Picture starten. Ein bestimmter Indikatorwert kann in einer Hausse eine völlig andere Bedeutung haben als in einer Baisse, sodass man dies immer im Kontext betrachten muss. Dann geht man hinunter auf kleinere Zeitebenen und arbeitet bei einzelnen Setups mit konkreten Wenn-Dann-Regeln.

4)       Beim Trading von Rohstoffen geht es vor allem darum, die Rolle der Commercials in den CoT-Daten richtig zu verstehen. Sie sind die fundamentale Kraft. Ihr Motiv ist die Absicherung der künftigen Verkaufspreise für die jeweiligen Produktionsmengen.

5)       Zwischen Aktien und Anleihen hat es schon immer eine Wechselwirkung gegeben, und das wird auch in Zukunft so sein. Wenn Anleihen kurzfristig eine starke Bewegung vollziehen, hat das mit Sicherheit Auswirkungen auf Aktien.

6)       Der Forex-Markt ist intransparent. Er funktioniert außerbörslich, sodass niemand ganz genau sagen kann, wo der Kurs eigentlich steht. Das führt dazu, dass Orders manchmal nicht ausgeführt werden und man nicht weiß, ob alles mit rechten Dingen zugeht.

7)       Der Trend ist ganz klar die Basis für die meisten Gewinne. Man muss verstehen, dass ein intakter Trend eine Funktion der Zeit ist. Deswegen ist die Zeit für trendfolgende Trader ein Verbündeter.

8)       Um hohe Gewinne zu erzielen, muss man kleine Risiken eingehen und dabei versuchen, möglichst große Bewegungen zu erwischen. Dabei müssen Trader schon beim Einstieg einen Plan für verschiedene Ausstiegsszenarien haben. Ansonsten kann es im Verlustfall vor allem bei großen Positionen schwierig werden, rechtzeitig wieder herauszukommen.

9)       Feste Stopps sind für diskretionäre Trader emotional besser. Damit lassen sich unnötige Fehler vermeiden, was im Ergebnis auch höhere Renditen ermöglicht. Ohne feste Stopps kommen schnell Selbstzweifel und ständige emotionale Hochs und Tiefs bei offenen Positionen auf, vor allem während eines Drawdowns.

10)   Gewinnziele und Trailing Stopps sind zusätzlich sinnvoll. Trading ist ein Geschäft, in dem man an einem bestimmten Punkt Gewinne mitnehmen muss, statt auf immer größere Buchgewinne zu hoffen. Larry Williams steigt dabei mit der vollen Position aus (keine Teilausstiege).

 

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